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Reisemuffel
Ich sehe beim Lesen eines Reiseberichtes
oder der Schilderung einer Gegend in einer Erzählung mehr davon
als wenn ich selber dorthin Reise. Also bleibe ich
neigungsmässig lieber zu Haus und lese.
Also habe ich mich Sonja - fairerweise -,
schon als wir noch im Konkubinat zusammen kutschierten als Reise
und Ferienmuffel geoutet.
Es hat nichts genützt: Sie hat mich
trotzdem geehelicht.
Es hat nichts genützt: Sie hat mich
liebevoll aber beharrlich weichgekocht.
So fahre oder fliege ich denn mit, nicht
immer wenn sie fährt oder fliegt, aber immer öfters, und
schleppe genug Bücher mit, dass ich DORT genug zum Lesen habe.
Ja ich habe sogar jedesmal einen Reiseführer gekauft und DORT
über DORT gelesen. Und so immer viel Neues über DORT erfahren.
Mindestes wenn Sonja in einer Schönheitsfarm alle verheissenen
Angebote zur Verjüngung abarbeiten will, darf ich inzwischen zu
Hause bleiben. Weil sie sonst ein schlechtes Gewissen hat, wenn
ich wie ein einsamer Molch im Zimmer hocke und
Schwerverdauliches lese, derweil sie sich rundum ausufernd
verwöhnen lässt.
Manchmal lasse ich mich aber überreden.
Wenn's sogar im Tessin der Winter kalt ist. Und das länger als
uns zuträglich. So habe ich herausgefunden, dass es mir Spass
macht, den Daheimgebliebenen über unsere "schröcklichen"
Erlebnisse zu berichten.
Hier sind sie. Die Berichte. Von DORT und
Allüberall. |