|
Wie ich dazukomme Bücher zu rezensieren
Gegenstand meines Briefwechsels mit der
Schriftstellerin Margrit Schriber, sind und waren - nebst den
Jugenderinnerungen - auch Eindrücke die ich beim Lesen ihrer
Bücher und denen anderer Schriftsteller empfunden habe. So kam
es zu meinen ersten Betrachtungen über lesenswerte Bücher.
Im Jahre 2007 trafen wir während unserem
Urlaub in der Türkei Prof. Dr. Gert Wendelborn. Er freute sich,
dass ich Fontaine las, und sprach mich darauf an. So kamen wir
ins palavern über Bücher und Autoren. Seine Belesenheit
beeindruckte mich. Meinem "Gwunder" nachgebend, gab er sich als
ostdeutscher protestantischer Theologe zu erkennen. Weil ich mal
eine Luther-Biografie (von Richard Friedenthal) gelesen hatte,
wollte ich auch mein Wissen über den grossen Reformator nicht
törrichterweise (oder: törrichterweise
nicht!) unter den Scheffel stellen. Und kam an den
Richtigen: Herr Wendelborn hat eine 500-seitige Luther-Biografie
verfasst. (Union Verlag Berlin (DDR) 1983) Und, als Protestant,
eine 360-Seiten-Monographie über Franziskus von Assisi. (Verlag
Koehler & Amelang, Leipzig (DDR) 1977) Wieder zu Hause, wurde
ich im Internet zu seiner Person fündig. Er war seit 1962
Mitglied der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands in der
DDR, später Mitglied des Hauptvorstandes der CDU. Wendelborn war
Bezirkstags-, dann Volkskammerabgeordneter der DDR von
1976-1990. Weiters in der
Wikipedia-Enzyklopaedie. Eine mich
schon von ihrer Biographie her faszinierende Persönlichkeit. Es
entwickelte sich ein bis heute andauernder Briefwechsel mit den
Schwerpunktthemen Bücher und Politik-Philosophie-Theologie. Die
Berichte zu den Werken der Literatur folgen hier.
|
Und schlussendlich muss ich eingestehen,
dass mein Büchergedächtnis - und nicht nur das - rapide
nachlässt. Als mir, vor ein paar Jahren, bei "Tom Jones" zuerst
der Staubsaugervertreter und Sänger aus Wales hochkam, und erst
hinterher der Held des gleichnamigen Buches von Henry Fielding,
das ich nur ein paar Monate zuvor mit Genuss gelesen hatte,
packte mich die Furcht vor einem vorzeitigen Verfall meiner
grauen Zellen. Ich sah
mich bereits als Blickleser und Kandidat für die SVP. Das
hiesse, dass ich mich in naher Zukunft über den Umgang mit mir
selbst schämen müsste. Das ist nun wirklich nicht nötig. Das
"sich für mich schämen" haben schliesslich meine nächsten
Vorfahren für mich schon ausgiebig ausgelebt. Da bleibt mir
nichts mehr nachzuholen.
Also fing ich an, den Eindruck, den frisch
gelesene Bücher in mir hinterliessen, zusammenfassend
aufzuschreiben. Auf dass ES länger in mir hängen bleibt.
Und natürlich bilde ich mir ein, dass meine
Gedanken für Einige Anregung zum Lesen der Bücher sein können.
(Seufz!) ... für diejenigen die bemerkt haben, dass Bestseller
nicht die besten sondern bloss die bestverkauften Bücher sind ... ***
Nach den für mich schönsten deutschsprachigen Romanen fragte
mich Prof. Dr. Wendelborn im Frühling 2008. Ich stelle meine
Antwort den nachfolgenden Rezensionen voran. Der Bericht
erscheint dann ein zweites Mal unter den ausgewählten Büchern.
Meine drei schönsten
deutschsprachigen Romane Versuch einer
persönlichen Zuordnung. |